Axonlab - Vitamin D Mangel: Prävention, Diagnose und Therapie
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Vitamin D Mangel: Prävention, Diagnose und Therapie

  • timer  14 Minuten Lesedauer
  • 09. September 2021
  • Geschrieben von Sven Skinner
  • Apotheken

Vitamin D Wertbestimmung mit dem Rapi-D Cube Reader

 

  • Qualitativ hochwertiger 25-OH Vitamin D Test, identisch mit der ärztlichen Diagnose
  • Messbereich von 3 ng/ml (7,5 nmol/L) bis 100 ng/ml (250 nmol/L)
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Wofür braucht der Körper Vitamin D?

Vitamin D ist verantwortlich für die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und regelt den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Daher spielt es eine wichtige Rolle in der Knochen- und Zahnbildung. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Vitamin D nicht nur für die Knochengesundheit, sondern auch für den gesamten Bewegungsapparat, insbesondere für die Muskeln, von Bedeutung ist. Zudem wird diskutiert, ob Vitamin D bei Herzkreislauf- und Krebserkrankungen, neurologischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Infektionen eine schützende Funktion zugewiesen werden kann. Die Frage nach Ursache und Wirkung ist jedoch umstritten, weshalb sich derzeit keine eindeutige Aussage dazu machen lässt.

 

Vorkommen und Aufnahme von Vitamin D 

Der Gehalt an Vitamin D in Lebensmitteln ist eher gering. Es kommt hauptsächlich in fettreichen Fischen, Hühnereiern und Speisepilzen vor. In der Schweiz darf Vitamin D in den Nahrungsmitteln zugesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist Vitamin D angereicherte Margarine. Erlaubt ist der Zusatz von maximal 5 µg (entspricht 200 internationalen Einheiten) in einer Tagesdosis. Das fettlösliche Vitamin D ist ein Spezialfall unter den Vitaminen. Denn es kann in der menschlichen Haut gebildet werden, wenn diese der Sonne ausgesetzt wird. Das in der Haut gebildete Vitamin D trägt zu ca. 80-90% zur Vitamin D-Versorgung bei. Die restlichen 10-20% stammen aus der Nahrung. Sowohl das mit der Nahrung eingenommene Vitamin D (Vitamin D2 und D3) als auch das in der Haut gebildete Vitamin D3 werden zuerst in der Leber zu Calcidiol (25-Hydroxy-Vitamin D) und anschliessend in der Niere zu Calcitriol (1,25-Dihydroxy-Vitamin D) verändert (Abbildung 1). Erst diese veränderte Form (Calcitriol) ist aktiv und kann die Funktionen von Vitamin D ausführen.

 

 

Was beeinflusst die Vitamin D-Bildung?

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf das Ausmass der Bildung von Vitamin D in der Haut. Menschen mit einer stärkeren Hautpigmentierung haben bei gleicher Sonneneinstrahlung eine geringere Vitamin D-Produktion in der Haut als Personen mit einem helleren Hauttyp. In unseren Breitengraden kommt daher bei diesen Personen ein Vitamin D-Mangel häufiger vor.

In unseren Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung im Winter zu gering, um in der menschlichen Haut ausreichend Vitamin D zu bilden. Dies gilt auch für sonnige Tage im Flachland und in den Bergen. Im Winter und an kälteren Tagen ist die Haut meist durch Kleidung bedeckt. An einem typischen schweizerischen Sommertag im Juli hingegen bildet die Haut von Gesicht und Händen 600 IE Vitamin D, wenn sie etwa 20 Minuten der Sonne ausgesetzt ist. Diese jahreszeitlich bedingten Unterschiede führen zu saisonalen Schwankungen der Vitamin D Konzentration im Blut. Im Frühling bis Ende Sommer steigt die Vitamin D-Konzentration an und Vitamin D wird im Fettgewebe gespeichert. Im Herbst/Winter werden diese Speicher entleert und die Vitamin D-Konzentration nimmt anschliessend ab.

Weiter spielt die Dauer, während der die Haut der Sonne ausgesetzt wird, eine Rolle. Personen, die sich oft im Freien aufhalten, haben mehr Gelegenheit, Vitamin D zu bilden als Personen, die sich vorwiegend in Innenräumen aufhalten. Im Sommer ist die Sonne so stark, dass für eine ausreichende Vitamin D-Bildung die Haut nur kurze Zeit (Gesicht und Hände ca. 20 Minuten) der Sonne ausgesetzt werden muss.

Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit der Haut ab, Vitamin D zu bilden. Ältere Personen sind daher vermehrt auf die Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung angewiesen. Zudem halten sich ältere Personen (vor allem sehr alte und pflegebedürftige Personen) aus verschiedenen Gründen manchmal weniger häufig oder weniger lang im Freien auf und haben durch die reduzierte Sonnenbestrahlung eine geringere Vitamin D-Eigensynthese.

Durch die Verwendung von Sonnenschutz verringert sich die körpereigene Vitamin D-Bildung in der Haut. Auf Sonnenschutz sollte bei längerem Aufenthalt in der Sonne aber nicht verzichtet werden, denn intensives Sonnenbaden führt zu Sonnenbrand und langfristig zu vorzeitiger Hautalterung und höherem Hautkrebsrisiko.

Die Einnahme gewisser Medikamente (u.a. einige Cholesterinsenker, Mittel gegen Pilzinfektionen, Kortison, Medikamente gegen Krampfanfälle) erhöhen das Risiko für eine Vitamin D-Unterversorgung. Ebenso können gewisse Krankheiten (z.B. chronische Leber- und Nierenerkrankungen, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder chronisch entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn) einen Einfluss auf die Vitamin D-Versorgung haben. Betroffene Personen sollten diese Thematik mit ihrem Arzt besprechen.

 

Was passiert bei einem Vitamin D Mangel? 

Eine Vitamin D-Unterversorgung tritt dann auf, wenn die körpereigene Vitamin D-Bildung in der Haut und/oder die Einnahme von Vitamin D über die Nahrung zu gering sind, Vitamin D im Darm nicht aufgenommen wird oder die notwendigen Umwandlungen in der Leber oder Niere zu Calcidiol bzw. Calcitriol nicht

Eine starke Unterversorgung mit Vitamin D im Säuglings- und Kleinkindalter kann zu Rachitis führen. Rachitis zeigt sich in Form von Verformungen des Skelettes, da die Mineralisierung der Knochen gestört ist. Im Erwachsenenalter führt ein starker Vitamin D-Mangel zu Osteomalazie (Knochenerweichung). Dabei kommt es wie im Säuglings- und Kleinkindalter zu einem ungenügenden Einbau von Calcium und Phosphat in die Knochen. Eine ungenügende Vitamin D-Versorgung begünstigt zudem die Entstehung von Osteoporose (Knochenbrüchigkeit), da bei einer geringeren Aufnahme von Calcium aus dem Darm aufgrund des Vitamin D-Mangels vermehrt Calcium aus dem Knochen abgebaut wird. Erwachsene Personen mit einem Vitamin D-Mangel können folgende Symptome aufweisen: Knochen- oder Muskelschmerzen, Muskelschwäche, allgemeine Müdigkeit. Im Sommer ist die grosse Mehrheit (80%) der Schweizer Bevölkerung genügend mit Vitamin D versorgt. Im Winter sind jedoch mehr als 60% der Bevölkerung unterversorgt bzw. zeigen einen Serumwert [25(OH)D-Konzentration] unterhalb des empfohlenen Wertes von 50 nmol/l.

 

 Abb. 1 Internationale Stadieneinteilung der Vitamin D Versorgung

 

Vitamin-D-Präparate: Ist die Einnahme sinnvoll?

Insbesondere in den Wintermonaten ist es schwierig, den Vitamin-D-Spiegel konstant auf einem ausreichend hohen Niveau zu erhalten. Da die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht und der Bedarf an Vitamin D durch die Ernährung alleine nicht zu decken ist, kann eine Einnahme von Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert sein.1

 

Wer sollte Vitamin D-Tabletten einnehmen?

Die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel kann sinnvoll sein:

  • bei einem nachgewiesenen Vitamin D-Mangel
  • zur Erhaltung eines normalen Vitamin D-Spiegels im Blut
  • zur Vorbeugung von Osteoporose (Knochenschwund)
  • für ältere Personen zur Osteoporose-Prophylaxe
  • bei einer Neigung zu Depressionen
  • für Kinder zur Vorbeugung von Rachitis
  • für Personen mit Bluthochdruck
  • zur Vorbeugung von Krebsarten wie Brustkrebs, Nierenkrebs oder Darmkrebs
  • zur Vorbeugung und Therapie von Infekten der Atemwege
  • vorbeugend gegen Autoimmunkrankheiten1

 

Vitamin D Überdosierung

Eine Vitamin D-Überdosierung kann nicht auf natürlichem Wege entstehen - also weder durch exzessive Sonnenbestrahlung noch durch reichlichen Verzehr von Lebensmitteln, die natürlicherweise viel Vitamin D enthalten (wie fetter Seefisch).2

Eine Überversorgung ist durch Einnahme von hochdosiert Nahrungsergänzungsmitteln oder Vitamin D Präparaten (theoretisch) möglich.

Eine Vitamin-D-Überdosierung kann verschiedene gesundheitliche Beschwerden auslösen, die vor allem auf einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) beruhen: Der Überschuss an Vitamin D bewirkt nämlich, dass der Körper übermässig viel Kalzium aus der Nahrung aufnimmt und zudem vermehrt Kalzium aus den Knochen herauslöst. Über diesen Mechanismus kann eine Überdosierung an Vitamin D unter anderem zu Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen führen. In schweren Fällen kann es zu Nierensteinen und Nierenversagen bis hin zum Tod kommen.

 

Auswirkungen des Lockdowns auf den Vitamin D Status

Angesichts der unklaren infektiologischen Entwicklungen ist eine gute Vitamin D Versorgung der Bevölkerung aus Public-Health-Perspektive ohne Zweifel empfehlenswert. Ein erneuter, dritter Lockdown dürfte sich ebenfalls tendenziell negativ auf den Vitamin-D-Status der Bevölkerung auswirken.3

 

Quellen und Literaturhinweise: 

  1. VitaminExpress 18.03.2021
  2. Webseite BLV - Vitamin D-Mangel: Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung (2012): Bericht der Eidgenössischen Ernährungskommission EEK - Empfehlungen zu Vitamin D: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV - Fragen und Antworten Vitamin D: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
  3. Lanham-New SA, Webb AR, Cashman KD, et al. Vitamin D and SARS-CoV-2 virus/COVID-19 disease. BMJ Nutrition, Prevention & Health 2020; 0. doi:10.1136/ bmjnph-2020-000089

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