Tempo beim Temperieren – Wie Heizblöcke uns das Leben erleichtern
- 3 Minuten Lesedauer
- Geschrieben von Michèle Heidemeyer
- Life Science
Die Zeiten des Herumplanschens im Wasserbad scheinen gezählt, die Heizblöcke ziehen in die Labore ein.
In der biomedizinischen Forschung ist das Temperieren von Proben ein alltäglicher Arbeitsschritt. Annähernd jedes Versuchsprotokoll enthält mindestens einen Schritt, in dem eine bestimmte Temperatur eingehalten werden muss. Ob ein einfacher Enzymverdau, eine Denaturierung von Proteinen, eine Nukleinsäure-Hybridisierung oder neuerdings auch immer öfter die isotherme Amplifikation – bei vielen Methoden werden heute standardmässig Heizblöcke zur Temperaturkontrolle eingesetzt.
Dem Wasserbad überlegen
Während wir vor einigen Jahren unsere „Inkubationssüppchen“ noch in Wasserbädern kochten, haben viele Labore für oben genannte Arbeitsschritte mittlerweile auf die Heizblöcke umgestellt. Zunächst einmal ist dies wesentlich hygienischer, da in den Wasserbädern über längere Zeit diverse mikrobiologische Prozesse ablaufen, die je nach der Häufigkeit der Säuberung unansehnliche Folgen haben. Das Wegfallen des Wassers als Temperiermittel hat aber noch einen entscheidenden Vorteil. Die gewünschte Temperatur wird in der Regel in nur wenigen Minuten erreicht. So weisen moderne Trockenheizblöcke Heiz-Geschwindigkeiten von 5°C/Min. auf. Dies ermöglicht es, die Proben bereits nach einer 15-minütigen Aufwärmphase zu kochen. Anschliessend können die Aluminium-Heizblöcke flexibel ausgetauscht werden und es kann ganz einfach eine neue, auch niedrigere Soll-Temperatur eingestellt werden. Diese schnelle Temperaturanpassung kann man sich bei einem Wasserbad nur wünschen.
Thermoblöcke sind universell auszuwechseln
Die Möglichkeit, Aluminium-Heizblöcke auszuwechseln, kann aber nicht nur für einen schnelleren Temperaturwechsel genutzt werden. Insbesondere erweitert es die Nutzungsmöglichkeiten. So gibt es heute bereits Blöcke für Zentrifugenröhrchen, PCR-Gefässe, Mikrotiterplatten, PCR-Platten und auch Küvetten.
Temperatureinstellung auf das Zehntel genau
Neben den bereits genannten Eigenschaften sind Heizblöcke sehr präzise in der Temperatureinstellung. Digitale Geräte beispielsweise weichen bei 37°C nur ein Zehntel von der Sollwerttemperatur ab. Hochwertige Blockthermostate bieten ausserdem die Möglichkeit, mit Hilfe eines Temperaturfühlers in einer Referenzprobe direkt zu messen. Dadurch können temperatursensitive Schritte wie das Auftauen von Kulturen oder Schmelzpunkt-Analysen durchgeführt werden.
Der neuste Trend im Thermoblock-Bereich ist die integrierte Schüttelfunktion. Damit lassen sich die Proben dann nicht nur kontrolliert erhitzen, sondern auch direkt mischen. Dadurch wird die Trockeninkubation immer weiter einsetzbar und verdrängt das Wasserbad zunehmend.