Wasseraufbereitungsanlage für den Spital-Campus des Albert Schweitzer Hospitals
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- Geschrieben von Axonlab
- Unternehmen
Dass jederzeit Trinkwasser aus dem Wasserhahn fliesst, gehört für uns in Europa mehrheitlich zum Standard und ist kein Luxus. Im westafrikanischen Gabun ist die Situation jedoch eine andere, wie dieser Bericht aufzeigt.
In dem von Axonlab unterstützten Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné fliesst auf dem gesamten Campus-Gelände nämlich erst seit 2004 Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigt sich gerade in diesen Tagen. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Berichtes ist das Wasser für die knapp 30‘000 Einwohner der Bezirksstadt Lambaréné nämlich knapp oder gar nicht verfügbar. Die Wasserknappheit in der Stadt führt zu langen Schlangen vor dem Campus, da die Bevölkerung zum Spital-Campus pilgert, um Wasser für den täglichen Bedarf zu holen. Damit die Wassertanks auf dem Albert Schweitzer Campus nicht gänzlich leergepumpt werden, mussten die Tanks sogar temporär geschlossen werden.
Was ist jedoch die Geschichte hinter der Trinkwasseranlage auf dem Campus und wie funktioniert die Wasseraufbereitung?
Begonnen hat anfangs der 2000-Jahre alles mit Spenden von einigen Schweizer Firmen:

Dank der finanziellen Unterstützung konnte das Projekt gestartet werden. Das Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné liegt am Fluss Ogouué, woraus das Wasser bezogen wird:

Mit Hilfe einer Pumpe wird das noch untrinkbare, verschmutze Flusswasser angesogen und in ein nahegelegenes „Filterhaus“ gepumpt:

Dieses Gebäude ist mit natürlichen Filtermaterialien ausgestattet. Zuerst läuft das angepumpte Flusswasser zur Grobfilterung über grosse Steine, anschliessend übernehmen immer feinere Steine die Filterung. In einem nächsten Schritt läuft das grobgefilterte Wasser über verschiedene Becken mit Sand und Kohle zur weiteren Filterung:

Die verschiedenen Materialien, die zum Filtern des Wassers eingesetzt werden, sind in einem Überwachungsraum gelagert. Nach einigen Jahren muss der Sand der Filteranlage ersetzt werden – was in etwa vier Lastwagenladungen Sand entspricht.

Die Wasserqualität wird von Campus-Mitarbeitenden täglich gemessen und dokumentiert. Ausserdem kommt einmal pro Jahr ein externer Wasserkontrolleur aus der Schweiz und überprüft die Anlage. Am Ende des Filter-Vorgangs wird dem Wasser noch etwas Chlor hinzugefügt und fertig ist das Trinkwasser. Es hat eine etwas bräunliche Farbe, schmeckt leicht erdig, ist aber absolut trinkbar.

Mittels Pumpe wird das Wasser schliesslich zu den Tanks hochgepumpt, die für die komplette Wasserversorgung auf dem gesamten Campus sorgen. Das heisst, man duscht hier auch mit Trinkwasser, ein absoluter Luxus in Afrika.
