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Allergien und die Bedeutung von 5-DIFF-Messungen in der Allergiediagnostik

  • 8.5 Minuten Lesedauer
  • Geschrieben von Axonlab
  • Arztpraxis

Der Frühling steht in den Startlöchern, draussen ist es nasskalt, die Nase läuft seit Tagen und man fragt sich: Ist es ein Infekt oder eine Allergie?

Allergien können sich in jedem Alter entwickeln, ein Leben lang bestehen oder sich im Laufe der Zeit verändern. Sie können auch genetische Ursachen haben, da Menschen mit einer familiären Vorgeschichte von Allergien ein höheres Risiko haben, eine Allergie zu entwickeln.

Die Prävention von Allergien ist eine Herausforderung, aber einige Massnahmen wie das Stillen von Säuglingen, die Vermeidung von Passivrauchen und das Minimieren der Exposition gegenüber potenziellen Allergenen können das Risiko verringern. Auch die Forschung im Bereich der Immuntherapie, die darauf abzielt, die Toleranz des Immunsystems gegenüber Allergenen zu erhöhen, bietet vielversprechende Ansätze für die Prävention und Behandlung von Allergien in der Zukunft. Sobald eine Allergie diagnostiziert wurde, ist die Behandlung darauf ausgerichtet, die Symptome zu lindern und Allergenexposition zu vermeiden. Dies kann die Verwendung von Antihistaminika, Nasensprays, Augentropfen oder in schweren Fällen von Epinephrin-Injektoren umfassen.

Verlauf einer allergischen Reaktion

Bei der ersten Exposition gegenüber einem Allergen reagiert das Immunsystem empfindlicher Personen mit der Bildung spezifischer Antikörper, hauptsächlich Immunglobulin E (IgE). Diese Antikörper binden an Mastzellen, basophile Granulozyten und auch an Eosinophile im Gewebe sowie an bestimmte Immunzellen im Blut.

Bei erneutem Kontakt mit dem gleichen Allergen binden die bereits vorhandenen IgE-Antikörper an die entsprechenden Stellen auf den Mastzellen, basophilen Granulozyten und Eosinophilen. Dies führt zur Sensibilisierung dieser Zellen gegenüber dem Allergen.

Trifft das Allergen erneut auf die IgE-Antikörper, verbindet es sich mit diesen und löst eine Reaktion der Mastzellen, basophilen Granulozyten und Eosinophilen aus. Dies führt zur koordinierten Freisetzung von Entzündungsmediatoren, darunter Histamin, Leukotriene und Zytokine. Diese führen zu verschiedenen Symptomen, die charakteristisch für eine allergische Reaktion sind. So z.B. Juckreiz, Schwellungen und Atemnot, um nur einige zu nennen. Eosinophile spielen dabei eine besondere Rolle, da sie nicht nur Entzündungsreaktionen modulieren, sondern auch auf allergische Prozesse reagieren und bestimmte Gewebe schützen.

Nachdem das Allergen beseitigt wurde oder die Reaktion anderweitig gestoppt wurde, nimmt die Aktivität der Mastzellen, basophilen Granulozyten und Eosinophilen ab, und die Entzündungsreaktion klingt ab. Dies kann durch die Wirkung von Antihistaminika oder anderen Medikamenten erreicht werden, die die Wirkung der Entzündungsmediatoren blockieren.

Allergietypen

Allergien können in verschiedene Typen eingeteilt werden, die jeweils unterschiedliche Mechanismen und Immunantworten hervorrufen. Diese Klassifizierung basiert auf den spezifischen Immunglobulintypen, die an der Reaktion beteiligt sind, sowie auf den zugrunde liegenden immunologischen Prozessen. Dies sind die vier Haupttypen allergischer Reaktionen:

Typ I: Sofortreaktion (IgE-vermittelt)

Bei Typ-I-Allergien reagiert das Immunsystem sofort auf ein Allergen. Bei diesem Typ spielen Immunglobulin-E-Antikörper (IgE) eine zentrale Rolle. Nach wiederholter Exposition mit dem Allergen binden IgE-Antikörper an Mastzellen und basophile Granulozyten. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen werden Histamin und andere Entzündungsmediatoren freigesetzt, die zu den typischen allergischen Symptomen wie Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen der Schleimhäute, Atembeschwerden und in schweren Fällen zu anaphylaktischen Reaktionen führen.

Typ II: Zytotoxischer Typ (Antikörper-vermittelt)

Beim Typ-II-Mechanismus spielen IgG- und IgM-Antikörper eine Rolle. Diese Antikörper binden an Zielzellen, die das Allergen auf ihrer Oberfläche präsentieren. Dadurch werden die Zielzellen vom Immunsystem als fremd erkannt und zerstört. Dieser Mechanismus kann bei der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen sowie bei Medikamentenallergien eine Rolle spielen.

Typ III: Immunkomplex-Typ (Immunkomplex-vermittelt)

Bei Typ-III-Allergien bilden sich Immunkomplexe aus Allergen und spezifischen Antikörpern, wie IgG, IgA und IgM. Diese Immunkomplexe können sich in verschiedenen Geweben ablagern, was zu einer entzündlichen Reaktion führt. Typische Manifestationen umfassen Arthus-Reaktionen, Serumkrankheit und die Bildung von Immunkomplexen in Blutgefässen, Gelenken oder Nieren.

Typ IV: Zellvermittelte Spättypallergie

Bei diesem Typ tritt die Reaktion verzögert auf, typischerweise innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Kontakt mit dem Allergen. Diese Art der Reaktion wird von spezialisierten Immunzellen, insbesondere T-Zellen, vermittelt. Nach Kontakt mit dem Allergen aktivieren die T-Zellen andere Immunzellen, die entzündliche Prozesse in Gang setzen. Dieser Typ ist charakteristisch für Kontaktallergien, wie z.B. allergische Kontaktdermatitis.

Die Messung des IgE-Spiegels im Blut kann auch dazu beitragen, den Schweregrad einer allergischen Reaktion einzuschätzen und das Risiko für schwerwiegende allergische Reaktionen wie Anaphylaxie zu beurteilen. Menschen mit erhöhten IgE-Spiegeln im Blut können empfindlicher auf bestimmte Allergene reagieren und daher eine intensivere Überwachung und Behandlung benötigen.

Insgesamt spielen IgE-Antikörper eine wichtige Rolle bei der Immunantwort auf Allergene und sind ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnose und Klassifizierung allergischer Reaktionen.

Die Bedeutung von 5-DIFF-Messungen

Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Messung der Eosinophilen. Hämatologische Analysegeräte mit 5-Part-Differenzierung halten im Präsenzlabor der medizinischen Praxis immer mehr Einzug. Sie ermöglichen ein schnelles und detailliertes Bild der verschiedenen Blutzellen, einschliesslich der weissen Blutkörperchen wie Eosinophile und basophile Granulozyten.

Durch den Einsatz von Hämatologie-Analysegeräten mit 5-Part-Differenzierung können Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal Allergien schneller und genauer diagnostizieren. Darüber hinaus ermöglichen sie eine effiziente Überwachung des Krankheitsverlaufs und die Bewertung der Wirksamkeit von Behandlungsstrategien.

Die Fähigkeit, allergische Reaktionen auf zellulärer Ebene zu charakterisieren, ist entscheidend für die Entwicklung personalisierter Therapieansätze und die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit allergischen Erkrankungen. In dieser Hinsicht leisten hämatologische Analysegeräte mit 5-Part-Differenzierung einen wichtigen Beitrag zur Optimierung des klinischen Ansatzes und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Patienten mit Allergien.

Der Einbzug von 5-DIFF-Messungen in hämatologische Analysegeräte hat die Diagnose und Behandlung von Allergien durch eine genauere Charakterisierung der Immunantwort verbessert. Diese Fortschritte, kombiniert mit der Entwicklung von Biologika, bieten vielversprechende Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit allergischen Erkrankungen.

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