CRP - Ein Biomarker für bakterielle und virale Infektionen
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- Geschrieben von Axonlab
- Arztpraxis

Das klinische Bild einer bakteriellen oder viralen Infektion ist häufig identisch. Daher ist die Identifizierung eines Biomarkers, der dem behandelnden Arzt bei der Entscheidung helfen könnte, ob eine Antibiotikabehandlung eingeleitet werden soll oder nicht, von entscheidender Bedeutung.
Ein Biomarker ist definiert als ein objektiv messbares Element, das einen biologischen Prozess oder das pharmakologische Ansprechen auf eine therapeutische Intervention anzeigt. Beispiele hierfür sind: die Leukozytenzahl, der Anteil der Neutrophilen, die Blutsenkung oder das C-reaktive Protein.
Das C-reaktive Protein (oder auch CRP) ist einer der Biomarker, die derzeit am häufigsten als Diagnosehilfe verwendet werden.
CRP, das erste beschriebene Protein der akuten Phase, wurde erstmals 1930 aus dem Serum von Patienten mit einer Pneumokokkeninfektion isoliert. Seine Bezeichnung ist auf seine Fähigkeit zurückzuführen, das Polysaccharid C von Pneumokokken auszufällen. Es wird hauptsächlich in der Leber und in geringerem Masse in Zellen des Fettgewebes synthetisiert. Seine Sekretion wird durch den Anstieg von Interleukin-6 (IL-6), Il-1β und Tumornekrosefaktor α (TNFα) stimuliert. Im Rahmen der Akute-Phase-Reaktion steigen die CRP-Werte innerhalb von 6 Stunden an und erreichen innerhalb von 48 Stunden ihren Höchstwert. Die Halbwertszeit beträgt etwa 8 Stunden und bleibt unter allen Bedingungen konstant; daher wird die zirkulierende CRP-Konzentration allein durch die Synthesegeschwindigkeit bestimmt, wobei die Konzentration schnell abnimmt, wenn der Stimulus zur Produktion verschwindet. CRP ist ein früher und empfindlicher Marker, dessen Wert als Antwort auf eine Entzündungsreaktion jeglichen Ursprungs (bakterielle Infektionen, Virus- oder Pilzinfektionen, allergische Reaktionen, Gewebsnekrosen, Traumata oder maligne Pathologien) rasch ansteigt.
Der normale CRP-Wert liegt unter 5 mg/Liter. Bei mehr als 100 mg/Liter weist er mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine bakterielle Infektion hin. Bei weniger als 20 mg/Liter weist er eher auf eine Virusinfektion hin, die keine Antibiotikatherapie rechtfertigt. Bei Werten dazwischen hängt alles vom klinischen Kontext ab und es ist oft angezeigt, 6 bis 8 Stunden später einen erneuten CRP-Test durchzuführen.
Selbstverständlich ordnet der Arzt in den meisten Fällen ergänzende Untersuchungen an, sobald der CRP-Wert zu hoch ist, um die Diagnose zu verfeinern und die richtige Behandlung einzuleiten.
So spielt das CRP auch eine wichtige Rolle bei der Immunantwort. Es ermöglicht die Mobilisierung und Aktivierung von Leukozyten (oder weissen Blutzellen) sowie die Stimulierung der Phagozytose, einem bekannten Prozess der Zellzerstörung.
Die weissen Blutzellen sind eine Gruppe verschiedener Zellen, die von unterschiedlichen Vorläuferzellen abstammen. Auch wenn die spezifischen Funktionen der einzelnen Kategorien von weissen Blutzellen sehr unterschiedlich sind, zielen alle darauf ab, den Körper im weitesten Sinne gegen Angreifer von aussen zu verteidigen.
Somit kann eine gleichzeitige Messung von CRP und Leukozytenparametern für eine Differenzialdiagnose zwischen bakterieller und viraler Infektion von Nutzen sein. Denn die verbesserte und genauere Beurteilung der Immunantwort ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung und Verschreibung von Antibiotika.
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