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Ein Erfahrungsbericht: Besuch unseres Technikers im Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné, Gabun

  • 6.5 Minuten Lesedauer
  • Geschrieben von Axonlab
  • Unternehmen

Unser Techniker, Markus Häuselmann, reist jährlich nach Gabun, um im von Axonlab unterstützten Albert-Schweitzer-Spital die Diagnostik-Geräte zu warten. Seinen eindrücklichen Bericht des Besuchs im Frühling 2022 teilen wir hier gerne:

„Es war ein schwieriger Start, angefangen mit der Visabeschaffung. Ich habe das immer all die Jahre selber gemacht. Wenn ich etwa zwei Wochen nach Einreichung des Antrags nichts höre, schalte ich meinen Kontakt vor Ort ein. Er ruft dann bei den Behörden an und fragt nach, wo das Problem liegt. Dieses Mal beantwortet jedoch niemand von der Migrations-Behörde die Anrufe. Erst nach zwei Anfragen per E-Mail gibt es endlich eine Reaktion.

Angeblich wurde mein Visum storniert. Also muss ich ein neues Visum mit einem anderen Motiv beantragen. Nicht mehr als Tourist, sondern als „Mission Albert Schweitzer“. Das Visum meines Techniker-Kollegen, der mich seitens Axonlab dieses Mal begleiten will, wurde nicht storniert. Es steht auf Status „in Bearbeitung“, wodurch es nicht möglich ist, eine Anpassung vorzunehmen. Daraufhin schalte ich alle möglichen Kontakte ein: Vom Sekretariat zum Direktor und der Leitung im CERMEL (Centre de Recherches Médicales de Lambaréné). Leider ohne Erfolg. Da das Migrationsamt die Prozesse angepasst hat und mein Kollege einen italienischen Pass hat, muss sein Visumsantrag zusätzlich über eine andere Dienststelle laufen. Am Tag vor dem geplanten Abflug ist das Visum meines Kollegen immer noch nicht ausgestellt. Schweren Herzens muss mein Kollege den Flug und die Reise annullieren und ich mache mich alleine auf den Weg nach Afrika.

Nach der Ankunft in Gabun warte ich vergebens auf mein Gepäck. Zum Glück wird es jedoch bereits einen Tag später nachgeliefert. Noch schlimmer ist jedoch, dass ich an keinem Bankomaten Geld beziehen kann, da es wohl eine Systemänderung gegeben hat. Nicht einmal am Bankschalter mit der Kreditkarte kann ich Geld beziehen. Etwas Euro habe ich zwar dabei, aber nicht genug für die ganze Reise. Die beste Lösung ist schlussendlich ein Geldtransfer über Money Gram mit Auszahlung einen Schalter in Lambarene. Jetzt kann die Mission starten.

Im Albert-Schweitzer-Spital sind zwar sind alle drei Micros 60 defekt, doch ich kann zumindest zwei wieder zum Leben erwecken. Das dritte Gerät braucht ein neues Motherboard, das bekommen wir dann nächstes Mal hin. Die beiden Yumizen bei CERMEL sind in erstaunlich gutem Zustand. Das eine Gerät lief war nicht mehr, aber sie haben es doch ganz gut hinbekommen. So gut, dass sie sogar zwei weitere Geräte bestellt haben. Sie haben sich für die Vertretung vor Ort entschieden. In Libreville gibt es eine Firma, die ABX Produkte vertreibt. Die Geräte sollen nächstes Jahr geliefert werden.

Gerne gebe ich euch einen Einblick zu den Standorten und den verschiedenen Parteien, die Axonlab vor Ort unterstützt:

Zum einen ist da das offizielle Albert-Schweitzer-Spital mit drei Micros im Labor. Das CERMEL, finanziert durch die Universität Tübingen zur Malaria-Forschung, hat einen eigenständigen Neubau ausserhalb des Campus vom Spital errichtet, wo zwei Yumizen H500, zwei Pentra 60 und zwei SPOTCHEM EL SE-1520 im Einsatz sind.

Dann kommt noch die Aussenstelle Fougamou dazu, die etwa 90 Kilometer von Lambaréné entfernt liegt. Das Labor wird durch Dr. Pierre Blaise geführt und projektweise an das CERMEL mit dem gesamten Personal vermietet. Wenn es aber kein Projekt gibt, dann leidet diese Aussenstelle finanziell am meisten. Der grosse Teil auf dem Land ist sehr arm und die Menschen können sich oft keine medizinische Behandlung leisten. Dr. Pierre Blaise hat aber ein grosses Herz und behandelt die Menschen oft gratis oder für sehr wenig Geld. Alle Leute kennen ihn hier und wenn sie ihn auf der Strasse sehen, wird bei einem kurzen Schwatz schon mal angekündet, dass da noch ein Problem vorhanden sei, das mal angeschaut werden müsste…

Die Geräte von Dr. Blaise kann ich wieder gut instand stellen. Wir werden der Aussenstelle zusätzlich zu den Diagnostikgeräten in der kommenden Zeit noch Bürotische liefern, für die wir bei Axonlab in der Schweiz keine Verwendung mehr haben. In Gabun ist diese Lieferung sehr willkommen und wird dankbar angenommen.  Vielleicht kann bei der Lieferung der Bürotische auch noch ein ausrangiertes Klinisch-Chemisches-Gerät geliefert werden.

Zurück im Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné, werde ich immer wieder von weiteren Geräten überrascht, die irgendwo auftauchen. „Kannst Du nicht auch noch…“ > „woher habt Ihr die Geräte?“ > „weiss auch nicht genau…“ Wir werden es anhand der Seriennummer herausfinden... Aus einem Bus, der als mobiles Labor eingesetzt wird, kommen ein SPOTCHEM EL SE-1520, SPOTCHEM SP-4430 und ein Micros CRP 200 zu Vorschein. Im Spital taucht plötzlich ein weiterer Micros 60 auf. Nun heisst es priorisieren und das Dringliche zuerst zu lösen. Was warten kann, halte ich schriftlich fest und kommt beim nächsten Einsatz dran.“

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