Eine professionelle Präanalytik ist die Grundlage jeder guten Analytik
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- Geschrieben von Axonlab
- Arztpraxis

Alle Arbeitsschritte und Bereiche, die vor der Laboranalyse ablaufen, gehören zur Präanalytik. Neben der Probenentnahme selbst, spielen auch eine Vielzahl an patientenbezogenen Faktoren eine grosse Rolle. Hierzu zählen z.B. das Alter, die ethnische Herkunft, das Geschlecht, die Ernährung, der Konsum von Nikotin, Alkohol, Drogen und die Einnahme von Medikamenten. Entsprechend gross sind darum die Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können. Nachfolgend finden Sie einige Tipps und Tricks für eine fachgerechte Probenentnahme und -verarbeitung.
Allgemeine Hinweise zur Blutentnahme
- Patient sollte mindestens 5 Minuten vor der Blutentnahme ruhen
- Vor der Entnahme die Röhrchen korrekt beschriften, um eine Verwechslung auszuschliessen
- Eine Über- und Unterfüllung von Röhrchen mit Additiven vermeiden, da sonst das Mischverhältnis nicht stimmt
- Für eine Verlaufskontrolle empfiehlt es sich bei der Probenentnahme immer die gleiche Körperlage zu verwenden
Kapilläre Blutentnahme
- Punktionsstelle wenn nötig vorwärmen (z.B. bei kalten Händen)
- Punktionsstelle desinfizieren und Punktieren
- Ersten Bluttropfen verwerfen
- Probe entnehmen
- Zu starken Druck vermeiden (Gefahr von Hämolyse)
- Zügiges und sauberes Arbeiten
- Entnahmeröhrchen mit Additiven nach der Entnahme gut mischen
Venöse Blutentnahme
- Extremität gut lagern
- Staubinde richtig platzieren: Eine Handbreit oberhalb der Punktionsstelle
- Vene palpieren
- Punktionsstelle desinfizieren und Kanüle in einem Winkel unter 30° mit der Schnittstelle nach oben in die Vene einführen
- Probe entnehmen
- Staubinde lösen - maximal 30 Sekunden stauen
- Öffnen und Schliessen der Faust vermeiden
- Entnahmereihenfolge nach Herstellerangaben beachten
- Entnahmeröhrchen mit Additiven nach der Entnahme gut mischen
Einwirkzeit EDTA
Unmittelbar nach der Blutentnahme kann die sogenannte Equilibrierungsphase zu einem Einflussfaktor werden. Dieser Effekt entsteht dadurch, dass das EDTA den Zellen Kalzium entzieht. Dieser Prozess ist nicht spontan, sondern ein Austausch über die Zellmembran, welcher ca. 10 - 30 Minuten dauert. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, verfügt das Blut über eine gewisse Stabilität.
Wenn ganz frisch abgenommene Proben sofort analysiert werden, kann es daher sein, dass Ihr Analysengerät Ihnen entsprechende Hinweise darauf als Flags anzeigt um Ihnen mitzuteilen, dass es eine Verschiebung der Kurven festgestellt hat. Wenn Sie diese Probe nun nach 10 - 30 Minuten nochmals messen, werden diese Hinweise nicht mehr vorhanden sein.
Welche Hinweise und Flags dies sind und wie sich die Equilibrierungsphase auswirkt, sehen Sie anhand der nachfolgenden Beispiele. Der erste Bereich im WBC-Histogramm sind die Lymphozyten, der zweite Bereich die Monozyten und der dritte Bereich die Granulozyten.


Was bedeutet dies für Sie in der Praxis? Keine Sorge, Sie brauchen nicht nach jeder Blutentnahme 30 Minuten zu warten. Wenn Sie unplausible Meldungen von Ihrem Analysengerät erhalten, kann eine Wartezeit und eine anschliessende Wiederholungsmessung durchaus sinnvoll sein.
*Bitte beachten Sie, dass unsere Tipps & Tricks zur Präanalytik die häufigsten von uns beobachteten Fehler in der Präanalytik und eine Lösung dafür darstellen. Die Liste ist keinesfalls als abschliessender Leitfaden gedacht, sondern soll als Unterstützung dienen. Jeder Ablauf muss individuell vom medizinischen Fachpersonal bewertet und entsprechende Massnahmen ergriffen werden, um eine sichere und korrekte Probeentnahme und -verarbeitung zu gewährleisten.