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Nicht alles, was glänzt, ist auch wirklich Gold – Teil 2

  • 4.5 Minuten Lesedauer
  • Geschrieben von Axonlab
  • Arztpraxis

Warum ein „Preis pro Blutbild“ oft nur die halbe Wahrheit ist

In unserem letzten Beitrag haben wir darüber gesprochen, wie wichtig es ist, bei Investitionen in Laborgeräte genau hinzuschauen und sich nicht von vermeintlich attraktiven Angeboten blenden zu lassen.

Ein Beispiel aus der Praxis begegnet uns derzeit besonders häufig. Vielleicht haben Sie eine ähnliche Aussage schon einmal gehört:


„Ein Blutbild kostet bei uns nur 0.60 CHF pro Messung.“


Auf den ersten Blick klingt das sehr attraktiv. Und tatsächlich stimmt diese Aussage in vielen Fällen auch, zumindest teilweise.
Denn die reinen Reagenzienkosten für eine einzelne Messung bewegen sich bei den meisten Hämatologiesystemen, unabhängig vom Hersteller, tatsächlich in einem ähnlichen Bereich. Auch bei unseren Systemen liegen diese Kosten in einer vergleichbaren Grössenordnung. Doch genau hier beginnt die halbe Wahrheit.

Die Realität eines Analysezyklus

Eine Blutbildanalyse besteht nicht nur aus der eigentlichen Messung. Vor, während und nach jeder Analyse führt ein Hämatologiegerät verschiedene automatische Spül- und Reinigungsprozesse durch. Diese sind notwendig, um:

  • präzise Messergebnisse zu gewährleisten
  • Probenverschleppungen zu vermeiden
  • die Stabilität des Systems sicherzustellen


Dabei wird unter anderem Verdünner (Diluent) verwendet. Wenn man diese regulären Spülzyklen mit einberechnet, bewegen sich die tatsächlichen effektiven Kosten pro Analysezyklus in der Praxis häufig eher im Bereich von rund 1.00 bis 1.50 CHF pro Analyse. Und auch das betrifft in der Regel nahezu alle Systeme am Markt.

Weitere Faktoren, die oft übersehen werden

Neben den direkten Analysezyklen entstehen im Praxisalltag zusätzliche Verbrauchs- und Betriebskosten, zum Beispiel durch:

  • automatische Reinigungsprogramme über Nacht
  • zusätzliche Spülzyklen nach längeren Standzeiten
  • manuelle oder automatische Systemreinigungen
  • Wartungs- und Qualitätskontrollprozesse

 

Viele Hämatologiegeräte führen beispielsweise automatisch einen Spülvorgang durch, wenn sie längere Zeit nicht genutzt wurden, etwa nach einer Stunde ohne Messung.

Das bedeutet:

  • Je regelmässiger ein Gerät genutzt wird, desto weniger zusätzliche Spülzyklen fallen an.
  • Je unregelmässiger der Betrieb, desto höher kann der Verbrauch ausfallen.

Deshalb ist eine pauschale Aussage über Kosten pro Analyse in der Praxis kaum realistisch.

Warum Transparenz entscheidend ist

Solche Beispiele, auch bei anderen Analysesystemen, zeigen, wie schnell einzelne Zahlen aus dem Kontext gerissen werden können. Das geschieht nicht immer bewusst; oft werden einfach nur Teilaspekte betrachtet.

Für eine seriöse wirtschaftliche Beurteilung eines Praxislabors ist jedoch entscheidend, das gesamte Bild zu betrachten:

  • reale Verbrauchskosten
  • Nutzungshäufigkeit
  • Wartungs- und Reinigungszyklen
  • Serviceleistungen
  • Vertragsbedingungen

Unsere Überzeugung: Transparenz schafft Vertrauen

Mit über 35 Jahren Erfahrung im Praxislabor-Markt haben wir gelernt, dass langfristige Partnerschaften vor allem auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit beruhen. Deshalb bieten wir unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, eine vollständige und transparente Vollkostenrechnung ihres Praxislabors einzusehen. Diese Wirtschaftlichkeitsanalyse betrachten wir nicht als einmalige Momentaufnahme. Gemeinsam mit unseren Kunden prüfen wir diese regelmässig und passen sie bei Bedarf an, um die wirtschaftliche Situation der Praxis realistisch abzubilden.

Unser Rat an Praxen

Wenn Sie Angebote vergleichen oder Veränderungen im Labor prüfen, empfehlen wir Ihnen:

  • Verlangen Sie eine vollständige und transparente Kostenaufstellung
  • Lassen Sie sich alle relevanten Verbrauchs- und Betriebskosten offen darlegen
  • Bitten Sie um eine realistische Wirtschaftlichkeitsanalyse Ihres Labors


Und vor allem:
Lassen Sie sich nicht blenden von einzelnen Zahlen oder vermeintlich besonders günstigen Aussagen. Nur eine vollständige und nachvollziehbare Kostenbetrachtung zeigt, welchen Deckungsbeitrag Ihr Praxislabor tatsächlich erwirtschaften kann.

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