Kostenlose Lieferung ab 300 Franken
ISO zertifiziert seit 1997
Individuelle Finanzierungsoptionen
logologo
Kundenportal
Sprache
Einkaufsliste
Warenkorb
  • Blog
  • Geräte & Instrumente (537)
  • Reagenzien & Chemikalien (4'259)
  • Kontrollen & Kalibratoren (180)
  • Verbrauchsmaterialien (2'442)
  • Zubehör (880)
  • Schnelltests (89)

Direkt zu den Bereichen

  • Arztpraxis
  • Laborsoftware axonio
  • Praxissoftware
  • Apotheken Bereich
  • Snibe Diagnostik

Prostata und Prostata-spezifisches Antigen (PSA)

  • 7.5 Minuten Lesedauer
  • Geschrieben von Axonlab
  • Arztpraxis

Anatomie und Funktion

Bei der Prostata handelt es sich um eine Drüse in Grösse einer Walnuss, welche ihren Sitz direkt unter der Blase im Beckenboden hat und ringförmig die Harnröhre umschliesst.

Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren welche die Spermien transportiert und die für deren Motilität zur Befruchtung sorgt. Bei einem Samenerguss ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen und pressen die Flüssigkeit in die Harnröhre. Zeitgleich werden auch die von den Samenblasen produzierten Sekrete und die aus den Hoden stammenden Spermien in die Harnröhre eingebracht.

Die Steuerung von Wachstum und Funktion der Prostata erfolgt durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron, welches zum Hauptteil in den Hoden gebildet wird.

Neben der Samenflüssigkeit bildet die Prostata eine Substanz namens Prostata-spezifisches Antigen (PSA) welches dem Ejakulat beigemengt der Verflüssigung des Samenkoagulums dient. Dieses vom Körper gebildete Enzym ist im Serum nachweisbar und spielt labordiagnostisch zur Erkennung eines Prostatakarzinoms eine Schlüsselfunktion.

 

Pathologien der Prostata

Neben akuten oder chronischen Prostatiden sind wohl bei zunehmendem Alter und durch ständiges Wachstum der Prostata die benigne Prostatahyperplasie oder das Prostatakarzinom als Haupterkrankungen zu erwähnen.

Das Prostatakarzinom hat in Europa den Lungenkrebs als häufigsten bösartigen Tumor bei Männern abgelöst und steht mit rund 23% an der Spitze der männlichen Krebserkrankung und an zweiter Stelle bezüglich Tumorsterblichkeit. Zu erwähnen ist, dass die Häufigkeit des Prostatakarzinoms weltweit unterschiedlich ist und die ethnische Herkunft eine Rolle spielen kann. Während Schwarzafrikaner deutlich mehr am Prostatakrebs erkranken als Europäer, erkrankt hingegen der Asiate wesentlich seltener daran. Wichtigster Faktor aber ist das Alter: Je älter der Mann, umso häufiger findet sich beim Screening ein klinisch nicht signifikantes Prostatakarzinom (ca. >60% bei Männer über 80 Jahre). Bei älteren Herren ein im Frühstadium gut differenziertes Prostatakarzinom schreitet aber oft so langsam fort, so dass die meisten Patienten mit ihrem Prostatakrebs sterben, nicht aber an ihm. Anders hingegen sieht es bei jüngeren Patienten aus. Generell lässt sich sagen: je jünger der Patient, desto agressiver der Tumor, desto schlechter die Prognose und desto höher die Mortalität.

Eine Verzeichnung der Zunahme des Prostatakarzinoms und grössere Therapieerfolge inklusive geringerer Sterblichkeit, ist neben besseren Therapien sicherlich auch der vermehrten Präventivbestimmung des PSA-Wertes zuzuschreiben.

 

PSA in der Labormedizin

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei dem Parameter PSA um einen Gewebemarker, und nicht um einen reinen Tumormarker handelt. Dies, da PSA auch bei Gesunden nachweisbar ist und auch bei anderen Prostataerkrankungen, nach Manipulation der Prostata oder aber auch durch Sport erhöht sein kann.
Das totale PSA setzt sich zusammen aus PSA in freier (freies PSA (fPSA) und gebundender Form (komplexiertes PSA (cPSA)). Während früher alleine das totale PSA nachgewiesen werden konnte, stehen uns diagnostisch auch Tests zur Bestimmung des freien PSA und des komplexierten PSA zur Verfügung.

Der Anteil von freiem PSA im Verhältnis zu dem totalen PSA hilft als Einbezug zwischen Differenzierung eines Prostatakarzinoms oder einer gutartigen Prostatavergrösserung (Anteil des freien PSA höher als bei einem Karzinom)

Leitlinie zur PSA-Überprüfung (Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie / Mai 2019)

Die ganze Leitlinie können Sie hier nachlesen.

Alleine aufgrund einer genetischen Prädisposition und Nachweis eines erhöhten PSA-Wertes kann und darf keine Diagnose eines Prostatakarzinoms erhoben werden kann. Für den wirklichen Nachweis eines pCA zählt der histologische Befund der rektalen Prostatabiopsie und zusätzlich weiterführende bildgebende Verfahren (bsp. MRT).

Denn auch ein PSA-Wert hat nicht nur Vorteile: Aufgrund verschiedener Assays und fehlender Teststandardisierung gibt es keinen «richtigen PSA Wert (Referenzbereiche des Labors müssen einbezogen werden, da diese je nach Assay variieren können). Ebenso wenig gibt es einen «normalen» PSA-Wert: Denn bei PSA-Werten zwischen 2 – 10 ng/mL lässt sich grundsätzlich ein Prostatakarzinom weder sicher bestimmen, noch sicher ausschliessen.

Ein einzelner PSA-Wert sagt nichts über die Wachstumsgeschwindigkeit und Streuung des Tumors aus.

Zahlreiche Studien haben das Ziel, neue und bessere Marker zum Nachweis eines Prostatakarzinoms zu finden. Mittelfristig werden sich aber am ehesten molekularbiologische Verfahren mit Nachweis von Veränderungen im Erbgut durchsetzen.

 

 

 

Beliebte Beiträge
  • Anleitung zum Download von Qualitätskontrolldatenblätter
    Jeanette Fehlmann
  • CRP - Ein Biomarker für bakterielle und virale Infektionen
  • CRP-Messung mit Microsemi CRP & Microsemi CRP LC-767
    Jeanette Fehlmann
Blogkategorien
  • Unternehmen
  • Spital & Labor
  • Apotheken
  • Life Science
  • Arztpraxis
  • Molekulare Diagnostik
  • Mikrobiologie

...loading