So füllen Sie die Kontrollkarte der internen Qualitätskontrolle korrekt aus
- 5 Minuten Lesedauer
- Geschrieben von Axonlab
- Arztpraxis
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die interne Qualitätskontrolle
1. Vergewissern Sie sich zuerst, was der jeweilige Zielwert der Kontrolle ist.
Diese Information kommt vom Hersteller. Manche Hersteller dliefern dafür Karten in der Packung mit, bei anderen steht es aussen auf der Packung angeschrieben und bei wieder anderen liefert das Gerät erst nach der Kontrollmessung den Zielwert im Display.
2. Kontrollieren Sie, was die von QUALAB vorgegebene Toleranzbereite ist.
Gehen Sie dafür auf QUALAB.swiss > interne Qualitätskontrolle > aktuelle Richtlinien und öffnen Sie das PDF und scrollen Sie ganz ans Ende des Dokuments bis zum Anhang A. Hier können Sie Ihre Analysen suchen und sehen rechts davon die Toleranz in Prozent und zusätzliche Angaben. Im nachfolgenden Ausschnitt sehen Sie die Toleranz bei ALAT mit 18% angegeben. Sollte nun aber der Zielwert <30 U/L sein, so muss anstatt der 18% die Toleranz von +/- 6 U/L genommen werden.

3. Schauen Sie nun, ob der Hersteller-Toleranzbereich oder der QUALAB-Toleranzbereich enger ist.
Verwenden Sie immer den engeren. Sollte der Hersteller der Kontrolle angeben, dass der ALAT-Toleranzbereich vom oberen Beispiel nur 15% ist, muss dieser engere Bereich übernommen werden.
Beispiel hs Troponin Triage
![]() |
Zielwert: 24 ng/L QUALAB-Bereich : 24.0 ng/L +/- 24% -> 18.24 - 29.76 ng/L Somit ist der QUALAB-Bereich zu wählen |
4. Wählen Sie eine für Sie geeignete Vorlage für die interne Qualitätskontrolle.
Manche Praxisinformationssysteme, wie Axenita, bieten eine vollumfängliche Darstellung der Qualitätskontrollen an. Sie können hierfür aber auch die allgemeine Vorlage aus dem Axonlab Download-Center benutzen, oder eine andere Vorlage, wie z.B. die vom MQZH.
5. Tragen Sie nun alle relevanten Werte in die Vorlage ein:
- Gerätename
- Analyse
- Kontrolle (ggf Level)
- Lot-Nr. der Kontrolle/Reagenz
- Toleranz
- Zielwert
- Einheiten
- Standardabweichung
6. Ausrechnen der Standardabweichung (s-Bereiche)
Für eine einfache Veranschaulichung nehmen wir an, dass unser Zielwert 100 ist und QUALAB eine Toleranz von 10% vorgibt, wobei der Hersteller 12% vorgibt. Wir übernehmen also 10% und kommen somit auf einen Bereich für unsere Qualitätskontrolle von 90 bis 110 in dem wir uns aufhalten dürfen. Nun möchten wir aber noch wissen, bis wohin der 1s und 2s-Bereich geht, bzw. wann jeweils die 3s-Bereiche beginnen. Wir können uns dafür den Bereich von 90 bis 110 in sechs gleiche Bereiche (drei über und drei unter dem Zielwert) aufteilen und erhalten einen s-Bereich von 3.333.
Rechnung: 110–90/6 = 3.333

Tipp: Manche Vorlagen, wie z.B. Axonlab-Vorlage, berechnen Ihnen die Standardabweichung automatisch
Sie können Ihre ausgefüllte Vorlage nun abspeichern oder ausdrucken. Bei jeder Messung der internen Qualitätskontrolle können Sie dieses Dokument wieder öffnen und Ihre Messungen mit Datum, Messwert und Visum notieren und im jeweiligen s-Bereich den Messwert graphisch darstellen.
Bitte beachten Sie, dass der Zielwert sich mit jeder neuen Charge Reagenz und/ oder Kontrolle verändern kann. Bitte überschreiben Sie die Kontrollkarten niemals, sondern beginnen Sie jeweils eine neue Karte. Die abgeschlossene Karte archivieren Sie mindestens 5 Jahre lang, gemäss aktueller Vorgabe.
Beispiel: Ausfüllen der MQZH-Vorlage

Nach dem Ausfüllen der gekennzeichneten Felder werden die Werte eingetragen:
- QUALAB Toleranz gemäss Anhang A in der aktuellen Richtlinie: 10 %
- Herstellerbereich gemäss Karte/Packung/Info auf dem Gerätedisplay: 85 - 115
-->Nun wird die empfohlene Standardabweichung sowie der Sollwert automatisch berechnet - Übertrag des Sollwerts sowie des Soll-s in die grünen Felder:
«Sollwert: 100 mmol/l»
«Soll Standardab. (s): 3.333 mmol/l
