Soziales Engagement: Axonlab unterstützt 2023 den Verein Swiss Surgical Teams und den Verein bhz Stuttgart
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- Geschrieben von Axonlab
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Bereits zum fünften Mal in Folge verzichtet Axonlab auf die Abgabe von Kundengeschenken an Weihnachten und unterstützt stattdessen eine humanitäre Organisation. Dieses Jahr geht die Unterstützung an den Verein Swiss Surgical Teams. Der Verein setzt sich zum Ziel, nachhaltige und langfristige medizinische Entwicklungsprojekte durchzuführen. Die diesjährige Weihnachtskarte wurde vom Verein bhz Stuttgart gestaltet, der sich für Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt.
Grundsatz und Einsatzgebiete von Swiss Surgical Teams
Swiss Surgical Teams (SST) wurde 1998 von Chirurgen und Anästhesisten gegründet. Der Verein besteht aus ehrenamtlich tätigen Medizinalpersonen (Ärzte, Pflegefachpersonen, Medizinaltechniker), die sich zum Ziel gesetzt haben, unentgeltlich nachhaltige und langfristige medizinische Entwicklungsprojekte durchzuführen, unter Berücksichtigung lokaler Bedürfnisse und Ressourcen.
Im Vordergrund stehen dabei die Aus- und Weiterbildung des medizinischen Fachpersonals vor Ort. Dies mittels meist halbjährlicher Einsätze von 2 bis 3 Wochen Dauer in Zusammenarbeit mit den nationalen und regionalen Gesundheitsbehörden, sowie den akademischen Institutionen. Aktuell führt SST Projekte in Tadschikistan, dem Südpazifik und in Tansania durch. Traditionsgemäss unterstützt Axonlab Hilfsorganisationen auf dem afrikanischen Kontinent, weshalb unsere diesjährige Unterstützung an das SST-Projekt in Tansania geht.
Aus- und Fortbildungskurse in Tansania
Seit 2015 unterstützt SST in Tansania das Kitete Regional Referral Hospital in Tabora. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der Arbeit hin zur Aus- und Fortbildung verlagert. Es handelt sich dabei vor allem um geburtshilfliche Simulationskurse, um die hohe Rate an Geburtskomplikationen zu senken. 2023 erfolgten diese geburtshilfliche Simulationstrainings bereits zum 11. Mal. Es wurden insgesamt zwei jeweils viertägige Simulationskurse mit insgesamt 70 Teilnehmenden (Hebammen und Ärztinnen und Ärzte) durchgeführt. Themen waren prä- und postnatale Blutungen, Eklampsie, Sepsis, Schulterdystokie, schwierige Kindsentwicklung bei Sectio und Vakuumextraktion.

Quelle: www.swiss-surgical-teams.org
Knapp 1‘000km weiter östlich in der Stadt Ifakara ist SST ebenfalls aktiv. Die Klinik in Ifakara ist wie das Kitete Regional Referral Hospital in Tabora eine Klinik in einer Randlage. Der Verein sucht bewusst Einsatzorte, wo grosser Handlungsbedarf besteht, jedoch noch keine anderen Organisationen aktiv sind. In Ifakara konzentrieren sich die SST-Einsätze auf die Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs. Seit drei Jahren führt das SST dazu Kurse für Kolposkopie und Gebärmutterhalskrebs-Screening durch. Bei diesem 7-tägigen Kurs nehmen jeweils ca. 30 Teilnehmende aus dem Gesundheitssektor teil. Seit 2022 beinhaltet dieser Kurs nicht nur einen theoretischen, sondern auch einen praktischen Teil. Es nehmen Ärztinnen, Ärzte und Pflegende teil, die für das Cervical Cancer Screening Programm (Ce-CaP) ausgebildet werden und in diesem Bereich arbeiten. Nach einem eintägigen Theorietag beinhalten die folgenden drei Tage einen Theorieteil am Vormittag und einen praktischen Teil im St. Francis Referral Hospital in Ifakara.

Quelle: www.swiss-surgical-teams.org
An den letzten drei Tagen des Kurses erfolgen in umliegenden Dörfern ein Screening und Therapie vor Ort. Vor allem dank dieses Kursteiles und dank der Leitung des Kurses durch die Chefärztin der Frauenklinik des St. Francis Refferal Hospital Ifakara (SFRH), Sister Dr. Nathalia Makunja, wurde der Kurs vom Gesundheitsministerium in Tansania akkreditiert. Und zwar mit dem Maximum an möglichen Punkten. Diese 20 Punkte entsprechen einem Jahressoll für die Fortbildung in Tansania für Ärztinnen und Ärzte. Dieser vom SST angebotene Kurs ist damit auch der erste vom tansanischen Gesundheitsministerium akkreditierte Kolposkopie-Kurs in Tansania überhaupt.
Persönlicher Einblick in die Arbeit des Projektleiters in Tansania
Dr. André Kind ist als Stv. Chefarzt Gynäkologie am Universitätsspital Basel tätig. Ausser während ungefähr 2 Wochen im Jahr, wenn er für Swiss Surgical Teams nach Tansania reist. Wie zuletzt im Mai 2023. Als Projektleiter der Tansania-Einsätze wird er jeweils von einem rund 10-köpfigen Team begleitet. Auch wenn die Kurse vor Ort jeweils nur eine Woche dauern, so ist er oft rund 2 Wochen unterwegs, denn die Reise zu und von den entlegenen Einsatzorten benötigt viel Zeit.
Die Einsätze verlangen einem viel ab – nicht nur vor Ort, sondern auch im Vorfeld. Als Projektleiter investiert Dr. André Kind sehr viel Zeit und Energie in die Vorbereitungen eines solchen Einsatzes. Wer sich ehrenamtlich derart engagiert, ist mit viel Herzblut dabei. Es gibt aber auch immer mal wieder ernüchternde Momente. Zum Beispiel, wenn man mit eigenen Augen sieht, dass in Tansania ein Mangel an praktisch allem herrscht. Die Situation habe sich in den letzten Jahren zwar verbessert, sagt Dr. André Kind. Trotzdem sei aber kaum Verbrauchsmaterial vorhanden und es gibt sehr viele Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen. „Wäre die Mangellage an Versorgungsgütern nicht so prekär, könnte man mit verhältnismässig wenig schon viel Leid vermeiden“, erzählt der Projektleiter im persönlichen Gespräch. Was den Arzt hingegen immer wieder motiviert, sich weiter zu engagieren, sind die herzlichen und fröhlichen Begegnungen mit den Menschen in Tansania. Dieser Austausch und dass die von SST organisierten und unterstützten Kurse auf derart grosse Resonanz stossen, freut ihn besonders.

Quelle: www.swiss-surgical-teams.org
Der nächste Einsatz steht schon wieder bevor: Dr. André Kind steckt mitten in den intensiven Vorbereitungen für den nächsten Einsatz in Tansania, der im Januar 2024 stattfindet. Wir wünschen alles Gute und viel Erfolg für diese bevorstehende Reise.
Eine Weihnachtskarte für den guten Zweck: Dieses Jahr zugunsten des bhz Stuttgart
Ebenfalls zur Tradition geworden ist, dass Axonlab keine Hochglanz-Weihnachtskarten verschickt. Ganz bewusst wählen wir Jahr für Jahr gemeinnützige Organisationen in einem Land aus, in dem Axonlab tätig ist. Die Weihnachtskarten werden durch die entsprechende Organisation gestaltet und produziert. Durch den Erwerb der Weihnachtskarten unterstützt Axonlab derart jedes Jahr eine gemeinnützige Organisation im „Axonland“.
Nachdem unsere Weihnachtskarten in Vorjahren von Organisationen in Slowenien, Österreich und der Schweiz stammten, wurde die diesjährige Weihnachtskarte vom deutschen Verein bhz Stuttgart gestaltet. Das bhz Stuttgart e.V. ist eine besondere Einrichtung der Behindertenhilfe, die sich durch Vielfalt, Offenheit und Akzeptanz auszeichnet. Sie setzen sich für die Belange von Menschen mit geistiger, körperlicher und Sinnes-Behinderung ein.

Die auf der Karte abgebildeten „bhz-Männle“ werden in der Feuerbacher Kreativwerkstatt des bhz aus den Ecken alter Obstkisten hergestellt.