Was sind D-Dimere und wann werden sie bestimmt?
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- Geschrieben von Axonlab
- Arztpraxis

D-Dimere sind Spaltprodukte des Faserproteins Fibrin. Zusammengelagertes Fibrin und Blutplättchen bilden einen Blutpfropfen. Dies geschieht innerhalb der Blutgefässe bei der gesunden Blutgerinnung (Wundheilung), aber auch bei der krankhaften Bildung von Blutgerinnseln (Thromben). Solche Thromben können ein Blutgefäss verstopfen (Thrombose) oder aber mit dem Blutstrom verschleppt werden und an anderer Stelle einen Gefässverschluss verursachen (Embolie).
Wenn Verletzungen verheilt sind, bildet der Körper ein Enzym namens Plasmin, das das Blutgerinnsel in kleine Fragmente zerlegt, damit es entfernt werden kann. Diese Fragmente werden Fibrinabbauprodukte oder Fibrinspaltprodukte genannt. D-Dimer ist eines dieser Fibrinabbauprodukte.
Geringe Mengen an D-Dimeren sind im Plasma gesunder Personen aufgrund des kontinuierlichen physiologischen Umsatzes (Fibrinbildung und Lyse) von 2-3% des Plasmafibrinogens vorhanden.
Bei Blutgerinnungsstörungen können sich Blutgerinnsel auch ohne Verletzung bilden und/oder nicht rechtzeitig abgebaut werden.
Die Messung von Plasma-D-Dimeren wird in der Regel als erster Test bei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine akute Lungenembolie (LE) oder der tiefen Venenthrombose (TVT) eingesetzt.
Neben der TVT und Lungenembolie gibt es noch weitere Faktoren, die mit positiven D-Dimer-Ergebnissen in Verbindung gebracht werden. In der medizinischen Fachliteratur werden einige Faktoren wie höheres Alter, rheumatoide Arthritis, Schwangerschaft, koronare Herzkrankheit, kürzlich erfolgte Operationen, Krebs, Lebererkrankungen, Traumata und Infektionen (ab einem CRP-Wert von 6,5 mg/dl sind die D-Dimere fast immer positiv) beschrieben.
Ein D-Dimer-Test gibt keinen Aufschluss darüber, welche Art von Gerinnungsstörung vorliegt oder wo sich das Gerinnsel im Körper befindet.
D-Dimer-Tests sind nicht invasiv und schnell, so dass es nicht überraschend ist, dass die Verfügbarkeit dieser Tests die Zahl der Patientinnen und Patienten, die auf eine mögliche TVT oder Lungenembolie untersucht werden, erhöhen kann.
Allerdings schränkt die geringe Spezifität den Nutzen der D-Dimer-Tests ein. Die Spezifität liegt in der Regel zwischen 40% und 60%, was zu einer hohen Rate falsch-positiver Ergebnisse führt. Wenn die Vortestwahrscheinlichkeit einer TVT niedrig ist, kann eine TVT bei Patientinnen und Patienten mit einem normalen D-Dimer-Level durch einen sensitiven Test sicher ausgeschlossen werden.
Ein positives Testergebnis ist jedoch unspezifisch, da das Level durch andere Bedingungen erhöht sein kann und weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Bei mittlerer oder hoher Vortestwahrscheinlichkeit für eine TVT kann gleichzeitig mit der Duplex-Sonographie eine D-Dimer-Bestimmung durchgeführt werden. Ein positives sonographisches Ergebnis bestätigt die Diagnose unabhängig von der Höhe der D-Dimere.
Wenn die Sonographie keine Anhaltspunkte für eine TVT liefert, hilft ein normales D-Dimer-Level, eine TVT auszuschliessen. Bei Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten D-Dimer-Level sollte die Sonographie nach ein paar Tagen wiederholt werden oder es sollten zusätzliche bildgebende Verfahren angewandt werden.
Auch wenn mehrere D-Dimer-Tests auf dem Markt erhältlich sind, gibt es keinen Goldstandard, mit dem sich die Ergebnisse vergleichen lassen, so dass es keinen "normalen" Wert für D-Dimer gibt.
Daher muss der Arzt oder die Ärztin mit dem verwendeten Test und den vom Hersteller empfohlenen Parametern vertraut sein.
Die Tests können quantitativ sein und in numerischen Masseinheiten angegeben werden, wie z. B. Nanogramm pro Milliliter. Sie können aber auch nicht quantitativ sein und als positive oder negative Werte angegeben werden.
Quantitative Tests geben empfohlene Grenzwerte für positive Ergebnisse und Masseinheiten wie Nanogramm pro Milliliter, Milligramm pro Liter Fibrinogen-Äquivalenteinheiten (FEUs) oder D-Dimer-Einheiten an. Die Masseinheiten sind nicht zwischen den Testprodukten austauschbar, da jedes Produkt seine eigenen Parameter hat.