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«Sicher im Zielbereich» – da bin ich sicher!

  • timer  5.5 Minuten Lesedauer
  • 21. Dezember 2021
  • Geschrieben von Axonlab Österreich
  • Krankenhaus & Labor

Ein Pflaster hilft eine blutende Stelle abzudecken. Die Blutung zu stoppen, dafür ist jedoch unser in der Regel gut funktionierendes Gerinnungssystem zuständig. Eine intakte Blutgerinnung sorgt für den Wundverschluss von inneren und äusseren Wunden. Das Blutgefäss zieht sich an der verletzten Stelle zusammen, Blutplättchen lagern sich an der betroffenen Stelle der Gefässwand an, verklumpen, es bildet sich ein «Pfropf». Ergebnis: erster Wundverschluss.

Die Gerinnungsfaktoren sind aktiviert und sorgen durch die Bildung von Fibrin für die Stabilisierung und Fixierung des Thrombus.

 

Rasant um die Tischkante, angestossen, kleiner «Blauer Fleck» – schon morgen vergessen.

Durch das Anschlagen an einer Kante werden Blutgefässe verletzt, Blut dringt in das Gewebe, gerinnt unter der Haut und ein «Blauer Fleck», ein Hämatom, ist sichtbar. Bis zum Verschwinden zeigen sich verschiedene Farben, bis der Abbauprozess abgeschlossen und alles schnell vergessen ist. Das Gerinnungssystem hat funktioniert. Laufen die Prozesse nach den Ereignissen in dieser Art ab, können wir von einem funktionierenden Gerinnungssystem sprechen und dies durch eine INR-Messung darstellen:

Der INR-Wert liegt bei 1.0!

 

So einfach ist das nicht für jeden.

Wenn das Blut zu wenig gerinnt, die häufigste Form der Gerinnungsstörung, besteht die Gefahr der übermässigen Blutung und damit eines überhöhten Blutverlustes. Ist die Gerinnung übermässig stark, besteht das grosse Risiko einer Thrombose, eines Gefässverschlusses durch Blutgerinnsel.

 

In jedem Fall sprechen wir über potentiell lebensbedrohliche Vorkommnisse.

Bei angeborenen oder erworbenen Erkrankungen wie Vorhofflimmern / Herzrhythmusstörungen, rezidivierenden Thrombosen, Embolien, Herzinfarkten, dem Einsatz von künstlichen Herzklappen oder Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen («Kunstherz») ist die regelmässige Gerinnungsüberwachung mit entsprechender Medikation unabdingbar. Lange brachten wir Gerinnungswerte mit dem «Quick-Wert» in Zusammenhang. Seit den 1980-er Jahren gilt die International Normalized Ratio = INR als Standardisierung des Quick-Werts. Initiiert durch die WHO zur Vereinheitlichung der PTZ-Messung gemäß international gültiger Richtlinien.

Die INR errechnet sich aus der Thromboplastinzeit (TPZ) des Patientenplasmas geteilt durch die TPZ eines Normalplasmas potenziert mit dem «International Sensitivity Index» (ISI). Dies ist der Faktor, der die Sensitivität des TPZ-Reagenz in Beziehung zu einem internationalen Standard setzt.

Bei Patienten die mit gerinnungshemmenden Medikamenten aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten, Orale Antikoagulantien wie Marcumar®, behandelt werden, kann die INR-Bestimmung mit einem POCT-System regelmässig Aufschluss über den Status der Gerinnung geben.

Je nach Diagnose ist ein bestimmter Zielbereich vorgegeben, in welchem der Patient als «sicher» eingestellt gilt:

Vorbeugung von Thrombosen                INR 1,5 bis 2,5

Lungenembolie, Vorhofflimmern          INR 2 bis 3

mechanische Herzklappen zwischen    INR 2,5 bis 3,5

 

Gleichwohl ist jeder Patient individuell zu betrachten und entsprechend individuell medikamentös einzustellen!

Die INR unterliegt Schwankungen welche durch Ernährung, Sport, Stress (negativ oder positiv), Nahrungsergänzungsmittel und einiges anderes hervorgerufen werden. Die engmaschige INR-Kontrolle gibt darüber verlässlich und kurzfristig Aufschluss, so dass durch Anpassung der Medikation zügig reagiert werden kann. INR-Messungen zur «Sicherheit» der Patienten, werden meist in der Praxis des behandelnden Arztes durchgeführt. Jedoch gibt es auch die Möglichkeit ein «Selbstmanager» zu sein. Unter bestimmten Voraussetzungen können Patienten unter Dauer- oder Langzeit-Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten lernen, die INR-Bestimmung und Medikamentendosierung selbstständig durchzuführen*.

Ein erfolgreiches Patientenselbstmanagement bedingt ausser dem Willen, Eigenverantwortung zu übernehmen, natürlich immer eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.

*Studien, wie die von C. Heneghan et al. in The Lancet, 2012, belegen die reduzierten Komplikationen und gleichzeitig eine positive «Time-in-Therapeutic-Range» (TTR) im PSM

FAZIT:

Schon die kleinste Verletzung aktiviert unsere Gerinnungskaskade.

WICHTIG ist, so sicher wie möglich im Zielbereich zu sein. Da bin ich sicher.

 

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