Eosinophile – aus dem Dornröschenschlaf erwacht?
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- Geschrieben von Axonlab
- Arztpraxis
Kleine Zellen mit wachsender Bedeutung bei Asthma und COPD
Im Blutausstrich sind sie kaum zu übersehen: Eosinophile Granulozyten fallen durch ihre charakteristischen orange-rötlichen Granula auf. Ihren Namen verdanken sie sogar dem Farbstoff Eosin, mit dem sich diese Zellbestandteile besonders gut anfärben lassen.
Lange waren Eosinophile vor allem im Zusammenhang mit Allergien und bestimmten parasitären Infektionen bekannt. Heute wird deutlich: Diese kleine Untergruppe der weissen Blutkörperchen kann noch wesentlich mehr Informationen liefern. Insbesondere bei bestimmten Formen von Asthma und COPD hat die Zahl der Eosinophilen im Blut als Biomarker an Bedeutung gewonnen.
Was verraten uns Eosinophile?
Bei einem Teil der Menschen mit Asthma können erhöhte Werte auf eine bestimmte Form der Entzündung hinweisen, die sogenannte Typ-2-Entzündung. Zusammen mit weiteren klinischen Informationen kann die Bluteosinophilenzahl helfen, das Krankheitsbild genauer einzuordnen und Therapieentscheidungen zu unterstützen. Auch bei COPD gewinnt dieser Laborwert zunehmend an Bedeutung und kann zusätzliche Hinweise für die klinische Beurteilung und Therapieplanung liefern.
Wichtig ist dabei: Der Eosinophilenwert steht nie für sich allein. Symptome, bisheriger Krankheitsverlauf, akute Verschlechterungen und weitere Befunde gehören immer mit zur Beurteilung.
Ein Wert kann sich verändern
Eosinophile sind keine statische Grösse. Ihre Zahl im Blut kann im Laufe der Zeit schwanken und unter anderem durch die Tageszeit, die aktuelle Krankheitsaktivität oder bestimmte Medikamente beeinflusst werden. Ein einzelner Wert zeigt also nicht in jeder Situation das vollständige Bild.
Eosinophile direkt in der Praxis bestimmen
Für die Bestimmung der Eosinophilen braucht es heute nicht mehr zwingend ein aufwendiges manuelles Differenzialblutbild oder einen grossen Hämatologie-Analyzer im Zentrallabor. Moderne 5-Diff-Systeme gibt es inzwischen auch als kompakte Lösungen für unterschiedliche Praxisgrössen. Sie unterscheiden die verschiedenen Untergruppen der weissen Blutkörperchen und liefern die Eosinophilen innerhalb weniger Minuten.
Das spart wertvolle Zeit: Das Resultat liegt innerhalb weniger Minuten vor. So können Befund und nächste Schritte direkt besprochen werden, solange der Patient noch in der Praxis ist.